Regierungspräsident Bartelt besucht die Staatlichen Schulämter Regensburg

Schulamtsdirektor Heribert Stautner begrüßte den Präsidenten des Regierungsbezirks Oberpfalz, Axel Bartelt, sowie Landrätin Tanja Schweiger , Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, sowie den Bereichsleiter Schulen an der Regierung der Oberpfalz, Leitenden Regierungsschuldirektor Thomas Unger in den neuen Räumen der Staatlichen Schulämter im Landkreis und in der Stadt Regensburg in der Donaustaufer Straße 70.

Regierungspräsident Bartelt hatte den Wunsch geäußert, die Aufgaben und die Arbeitsweise im kleinsten und im größten Schulamtsbezirk der Oberpfalz kennenzulernen und war deshalb bereits in Tirschenreuth gewesen. Stautner stellte zunächst die generellen Herausforderungen dar, die es im Bildungsbereich gegenwärtig zu bewältigen gebe: den Drang zur Akademisierung einerseits, zur Individualisierung andererseits, den steigenden Fachkräftebedarf und einen gleichzeitig steigenden Betreuungsbedarf – und dies alles vor dem Hintergrund eines elitären Bildungsbegriffs und bei zunehmender Heterogenität der Schülerschaft. Eine der zentralen Aufgaben des Schulamts sehe er darin, die vorgegebenen bildungspolitisch-pädagogischen Leitlinien umzusetzen, gleichzeitig vorhandene Gestaltungsräume zu nutzen und dies angesichts steigenden Personalbedarfs und gleichzeitig knapper Personalressourcen.

Die Staatlichen Schulämter Regensburg betreuen 16108 Schülerinnen und Schüler in insgesamt 79 Grund- und Mittelschulen (davon 1320 Schüler = 8,2% an 8 Privatschulen) und ca. 1500 Lehrkräften und bilden dadurch nicht nur den größten Schulamtsbezirk der Oberpfalz, sondern auch nach München und Nürnberg das drittgrößte Schulamt in Bayern. Besonders in einem Ballungsraum kristallisierten sich die Herausforderungen der Bildungspolitik, die geprägt sei von der Vielfalt der Beschulungsformen, so Stautner. Allein 18 Formen von Spezialklassen für besondere individuelle pädagogische Bedarfe gebe es im Schulamtsbezirk neben den Regelklassen, so Stautner. Die Palette reiche von Ganztagsklassen, Kooperationsklassen, Tandemklassen und Partnerklassen über Übergangsklassen, Klassen mit flexibler Eingangsstufe, bilingualen Klassen bis hin zur Praxisklasse oder einer „Ich-schaff-das Klasse“ für Schulvermeider, um die Zahl von Jugendlichen ohne Schulabschluss möglichst gering zu halten. Diese Vielfalt sei nur zu bewältigen durch ein ausgeklügeltes und über viele Jahre systematisch ausgebautes System an Kooperationen mit einer Vielzahl von schulischen und externen Partnern. Hinzu kämen die speziell im Ballungsraum auftretenden Herausforderungen im Bereich der Migration (z.B. 40 Übergangsklassen, 35 Deutschförderklassen u.a.) oder der Inklusion (5 Schulen mit dem besonderen Schulprofil Inklusion) oder die intensive Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg. Hinzu kommen alle regulären Aufgaben, die im Großschulamt in ganz anderer Größenordnung zu bewältigen sind, z.B. 102 Ganztagsklassen, jährlich ca. 300 externe Prüflinge zum Qualifizierenden Abschluss oder zum Mittleren Bildungsabschluss, jährlich ca. 190 Lehramtsprüfungen  u.v.a.m. Darüber hinaus berichtete Stautner über eine Vielzahl an eigenen Projekten, welche das Schulamt seit Jahren initiiert und begleitet, z.B. Pupils´Dance Project, Projekte zur Leseförderung, das Projekt „Schwimmen intensiv“  oder die Energiebildungsoffensive. Diese Vielfalt an Aufgaben eines Großschulamtes sei nur zu bewältigen durch intensive Kooperation und Kommunikation und eine außerordentliche Spezialisierung aller Mitarbeiter, durch Bildung von Netzwerken und intensive Fortbildung der Lehrkräfte. Voraussetzung sei die gute und sachgerechte Ausstattung durch den Sachaufwandsträger, lobte Stautner den Landkreis und die Stadt Regensburg als zuständigen Sachaufwandsträger.

In einem zweiten Teil wurde gemeinsam mit Landrätin Tanja Schweiger und Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer die Zusammenarbeit der fachlichen Leitung mit den beiden rechtlichen Leiterinnen thematisiert. Durch die rechtliche Leitung haben die Schulämter Zugriff auf die Rechtsabteilungen der Stadt bzw. des Landkreises bei der Klärung juristischer Fragen, z.B. Widerspruchsverfahren bei Gastschulverhältnissen oder allgemein schulrechtlicher Fragen z.B. Werbung in der Schule, außerschulische Nutzung von Schulräumen, Verwendung von Spenden, Vertretung vor dem Verwaltungsgericht bei Gerichtsverfahren, u.a.

Nach der intensiven Diskussion der Fachfragen ging es gemeinsam an die Otto-Schwerdt-Mittelschule, wo sich die Gruppe über die dort praktizierten Formen der demokratischen Erziehung informierte. Das gesamte Schulleben sei hier auf die „Erziehung zur Demokratie“ ausgerichtet, berichtete Schulleiterin Birgit Sandmann und zeigte die verschiedenen Bausteine politischer Bildung an ihrer Mittelschule auf. In der sich anschließenden Diskussionsrunde hatten die SchülerInnen einer 8M Gelegenheit, in die Diskussion mit Regierungspräsident Bartelt einzutreten.

Presse-Echo:

180126_Donaupost_Chancen_für_alle_Schüler_verbessern

 

180127_Mittelbayerische Zeitung_Schulen brauchenSpezialisten

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